Freitag, September 20, 2019

Schützengedanken

Zurück zu den Wurzeln - 60 Jahre Schützenverein Bad Orb e.V.

Eröffnungsrede der Präsidentin zum Königsball 2016

 

Sehr verehrte Gäste,
liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder!

Eine kurze Rede des Präsidenten zum Königsball, gehörte schon bei meinen Vorgängern fast ebenso zur Tradition, wie der Königsball selbst. Die Themen ergeben sich aus Geschehnissen der Zeit, persönlichen Erlebnissen und Eindrücken aus dem Vereinsleben. Der Schützenverein Bad Orb feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Vereinsbestehen, ein Jahr um sich auf die gemeinsamen Werte und Traditionen, aber vor allem auch auf die Anfänge zu besinnen.

Das Schützenwesen in Bad Orb blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. In den städtischen Archiven von Hanau, Büdingen, Steinau, Würzburg und nicht zuletzt Bad Orb ist das Schützenwesen bis in das Jahr 1510 zurückzuverfolgen.

Davon zeugt auch ein neu erhaltenes Dokument aus dem fürstlichen Archiv des Grafen zu Ysenburg. Vor ein paar Monaten durfte ich persönlich im Archiv des Büdinger Schlosses das Dokument in Augenschein nehmen. Es handelte sich es hierbei um eine Einladung an die Schützen zu Birstein, damals Residenz und Hofhaltung des Grafen Philipp zu Ysenburg, der Schützenmeister und Schießgesellen zu Orba vom 07. September 1585, versehen mit dem Siegel des damaligen Schultheißen zu Orb Johann Baurmann.

Einen Verein mit dem Namen "Schützenverein Bad Orb" gab es auch schon 1890 und 1926, diese beiden Vereinigungen wurden jedoch in den beiden Weltkriegen wieder aufgelöst. Unsere eigene Geschichte, die Geschichte des heutigen Schützenvereins Bad Orb, beginnt jedoch erst nach der Neugründung im Jahre 1956 durch den mutigen Entschluss von 12 Männern, die sich damals im Hotel „Goldener Hirsch“ zusammenfanden.

Viele kennen die beiden Großleinwandbilder in unserem Schützenhaus, die die Anfänge des Vereins bezeugen und den ausgedienten, eigens von den Schützen transportierte, Eisenbahnwaggon in der „Kuhhöhle“, zeigen.

Bereits kurze Zeit nach der Widerinstandsetzung des alten KK-Standes feierte man damals 1959, schon im weißen Saal des alten Kurhauses die Fahnenweihe, als ersten Höhepunkt im Vereinsleben.

An diesen festlichen Saal, in dessen Mitte der 70er neu erbauten Hallen wir auch in diesem Jahr wieder unseren Königsball durchführen dürfen, sind weitere Erinnerungen verknüpft. Wie beispielsweise auch unser aller erster Königsball im Jahre 1960, der ebenfalls in diesen Räumlichkeiten stattfand.

Hier nahm auch unsere bis heute erhaltene und forthin gelebte Tradition um das Königsschießen ihren Anfang. Natürlich haben auch unsere Bräuche den Wandel der Zeit erlebt. Jedoch gehören diese frohen und beliebten Festtage nach wie vor zum stetigen Bestandteil eines jeden Königsjahres.

In gleichen Jahr, vor 55 Jahren, fand noch ein weiteres bedeutendes Ereignis statt. Trafen damals nämlich erstmals die Orber Schützen und die Schützen aus der schönen Jadestadt Wilhelmshaven aufeinander und es entstand eine tiefgreifende Freundschaft die immer weiter wuchs und von beiden Seiten gefestigt, heute noch Bestand hat.

Diese 3 soeben geschilderten Anfänge, nämlich der Anfang unserer Vereinsgemeinschaft, der Anfang unserer Tradition, oder vielmehr das Finden unserer eigenen Interprätation des jahrhundertealten Schützenbrauchtums, sowie der Beginn und das Bewahren von Freundschaften stehen für Willensstärke, Mut und kameradschaftliche Treue.

In Betracht auf unser heutiges Bestehen, zeugt schon dieser kurze Anriss unserer Chronik von einer kurzen, aber vielsagenden Vereinsgeschichte, und beweist was man durch Gemeinschaft und Zusammenstand alles erreichen kann.

In einem Jahr wie diesem, besinnen wir uns bewusster auf das Vergangene. An vielen Erinnerungen halten wir gerne fest, da sind viele schöne gemeinsame Stunden, die man sich immer wieder gerne ins Gedächtnis ruft – und vor allem lassen sie uns auch die vielen treuen Schützenbrüder und Freunde des Vereins nicht vergessen, so dass ihr Andenken forthin bewahrt wird.

Wir dürfen uns glücklich schätzen zu einer Gemeinschaft zu gehören, die durch ein starkes „Wir“ Gefühl eng miteinander verbunden ist.

Dieses „Wir“-Gefühl teilen wir heute Abend zum Beispiel mit unseren Schützenbrüdern und Schützenschwester unserer befreundeten Vereine. Gehören wir doch alle zu der großen Schützenfamilie.

Blicken wir weiter über den Rand der Schützenbrüderschaften hinaus, sehe ich hier noch weitere Freunde und Vereine, mit denen wir uns über eine große Vereinsgemeinschaft identifizieren.

Die Gemeinschaft ist das was uns stark macht, sie steht für Verbundenheit und Nähe!

Die Anfänge nimmt die Gemeinschaft schon im Kleinen – in der Familie oder in Freundeskreisen, gilt sie schließlich schon als die ursprünglichste Form des Zusammenlebens und als Grundelement der Gesellschaft. Hier wird schon erfolgreich praktiziert was später im Großen angestrebt wird – die zielstrebige Zusammenarbeit, das sogenannte „Ziehen an einem Strang“.

Gemeinschaften funktionieren aber nur dann, wenn jeder seinen Teil mit einbringt. Wenn zu viele nur den Nutzen daraus ziehen wollen, bricht irgendwann jede Gemeinschaft zusammen, wie Roman Herzog sagte: „Ohne den Einsatz des Einzelnen für die Gemeinschaft, ist auf die Dauer jedes Gemeinwesen überfordert.“

Vorwärts kann es nur gehen, wenn alle miteinander anpacken. Vorwärts, um unsere Verbindungen zu erhalten, die Vereine zu stärken um Miteinander zum Wohle unserer Heimatstadt Bad Orb agieren zu können.

Wie ein deutsches Sprichwort sagt „Viele Bächlein ergeben einen Bach“. Und wir wollen keine Dämme bauen, wir wollen zusammen erreichen, dass dieser Bach ansteigt, über die Ufer tritt und stärker fließt, um wie die Räder einer Mühle, Größeres in Bewegung zu setzen.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!