Freitag, September 20, 2019

Schützengedanken

Das Ehrenamt - "Wir könnten viel, wenn wir zusammen stünden"

Eröffnungsrede der Präsidentin zum Königsball 2017

 

Sehr verehrte Gäste,
liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder!

viele von uns, die heute hier sitzen, erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie erfüllen sie unentgeltlich und gemeinnützig – sie sind einfach da. Ohne wenn und aber. Ganz selbstverständlich! Meist erkennt man ihren wahren Wert erst dann, wenn sich eine Lücke auftut. Wenn diese Menschen aus irgendwelchen Gründen einmal nicht da sind. Zu diesen besonders wichtigen Menschen, die wir vielfach übersehen, gehören die allermeisten Ehrenamtlichen.

Jede Organisation braucht Menschen, die bereit sind, die ehrenamtlichen Aufgaben zu übernehmen. Ohne die „Ehrenamtlichen“ könnten die Strukturen in den Vereinen und in anderen Organisationsformen nicht aufrecht erhalten werden. Der Schauspieler Ewald Balser hat einmal gesagt: „Alles Schöne in der Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“

Ein Ehrenamt sagt viel über einen Menschen aus. Es steht stellvertretend für die Einstellung zum Leben, stellvertretend für die Einstellung zur Gemeinschaft. In der Regel bleibt diese Grundhaltung ein ganzes Leben lang bestehen: Selbst wenn die jeweilige Lebenssituation gerade einmal so ist, dass keine Zeit für ein Ehrenamt bleibt. Wobei ich persönlich immer feststelle, dass sich gerade die Menschen engagieren, die objektiv am allerwenigsten Zeit haben.

Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ist für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbar. Es bietet dem Einzelnen Möglichkeiten der Mitgestaltung und Selbstverwirklichung. Andererseits profitieren viele Menschen von den Aktivitäten und Angeboten die durch Ehrenamtliche in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens entstehen, wie diverse Sportangebote durch die Vereine, oder auch Hilfe und Unterstützung für Kranke, Verletzte oder körperlich beeinträchtigte – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Was wäre ein Verein, eine Gemeinde, ohne die Menschen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, ihre „freie Zeit“ für ehrenamtliche Arbeit zu opfern. Die Vereine leisten einen großen Beitrag zur Freizeitgestaltung und sind darüber hinaus oftmals für viele Mittelpunkte des Lebens in den Gemeinden. Was viele Ehrenamtliche erkannt haben -  ein Verein ist nicht nur ein Zusammenschluss von vielen Menschen mit den gleichen Interessen, sondern in Vereinen entstehen echte Freundschaften, man hilft sich untereinander, steht füreinander ein, man gibt aufeinander acht!

Besonders wichtig ist hier, für ein gutes Hand in Hand, der kameradschaftliche und respektvolle Umgang miteinander sowie die Kommunikation – aktives zuhören und gehört werden, nach dem Motto: Der Ton macht die Musik - -schließlich suchen viele, vor allem die Entspannung im gesellschaftlichen Erleben, nach dem harten Stress des Alltags.

Sicher ist es nicht immer einfach - wo so viele Charaktere aufeinandertreffen - aber wir verfolgen alle das gleiche Ziel, die gleichen Interessen, egal welche Sportart wir ausüben, oder welche Gepflogenheiten wir pflegen. Zusammen packen wir an - und durch echten Kameradschaftsgeist und Gemeinsinn in unserer Vereinsfamilie erreichen wir zusammen, was ein einzelner nicht zu bewegen vermag. Daher hört man auch selten einen „Ehrenamtlichen“ bei seinem Tun und Werken von unentgeltlicher Arbeit sprechen, viele sehen die anfallenden Arbeiten im Verein als Bestandteil ihres Hobbies an. Der schönste Lohn ist es zu sehen wie die gemeinsame Arbeit Früchte trägt, gesteckte Ziele näher rücken und die Strukturen wachsen.

Ich will nicht verschweigen, dass es zuweilen auch einige gibt, die ihr Amt in den Vereinen missbrauchen und es auch Gruppierungen gibt, bei denen der Begriff „gemeinnützig“ absolut deplaziert wirkt, aber das Gros wirkt und arbeitet im Sinne unseres Volkes. Was die Vereine so stark macht, ist ganz einfach die Tatsache, dass nirgendwo anders eine so große Anzahl von ehrenamtlichen Helfern zu gewinnen ist. Und das ist gerade in der heutigen, idealistischen Zeit besonders zu schätzen.

Leider hört man immer wieder, dass die Bereitschaft mehr und mehr schwindet. In der hektischen und schnellebigen Zeit ist der Rückzug ins Private in Mode gekommen - Man kann teilweise eine gewissen „Einzelkämpfer - Mentalität“ beobachten, eine Abschottung gegenüber anderen und mit dem Wort „Solidarität“ können viele nichts mehr anfangen. Doch nicht hier! Nicht bei uns! - In unseren Vereinen, in unserer Gemeinde herrscht Aufbruchcharakter! Hier macht man sich auf den Weg um miteinander Neues und Altbewärtes zu vereinigen und fasst sich gemeinsam an den Händen um etwas zu bewegen. In unserer Heimatstadt steht dafür die Entwicklung des Stadtleitbildes mit seinen Schüsselprojekten. 600 interessierte Bürger bei der Auftaktveranstaltung und 160 Orber und Orberinnen, die anschließend in vier Arbeitsgruppen die nun festgeschriebenen Projekte bearbeiten. Das beweist dass der Zusammenhalt unserer Gemeinde stark ist, dass viele Orber Bürger und Vereinsmitglieder sich mit ihrer Heimatstadt Bad Orb verbunden fühlen und so ihr Bestes beizutragen versuchen, um unsere Stadt gemeinsam weiter nach vorne zu bringen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!

Die wichtigsten Dinge lassen sich mit Geld nicht kaufen: Liebe. Gesundheit. Familie. Freundschaft. Und: das Ehrenamt.

Ich habe das Thema heute bewusst gewählt, da die nachfolgend beteiligten Personen sich ebenfalls ganz dem Ehrenamt verschrieben und damit ein Zeichen gesetzt haben. Sie gehören zu den tragenden Säulen unseres Vereins und fühlen sich eng mit dem Schützenverien Bad Orb und seinen Traditionen verbunden.

Weiterhin möchte ich diese Gelegenheit zum Anlass zu nehmen und an dieser Stelle ein ganz großes und herzlilches Dankeschön an meinen Vorstand, an unsere Mitglieder und an all unsere Freunde aussprechen.

Friedrich Schiller wusste bereits: “Wir könnten viel wenn wir zusammenstünden!” Noch mehr durch gemeinsame Antrengung, durch tatkräftige Mitarbeit, durch echte Kameradschaft und durch absolute Geschlossenheit. Lasst uns den Kreis, den wir zusammen begonnen haben, heute an dieser Stelle schließen, damit er gefestigt wird und nicht zu durchbrechen ist. Unser Zusammengehörigkeitsgefühl und unser Gemeinsinn ist das, was uns stark macht, was Schiller mit diesem Satz auch auszudrücken beabsichtigte.

Wir wollen uns nicht im Kreise bewegen und irgendwann wieder am Anfang stehen, sondern wir möchten zusammen erreichen, dass unser gemeinsames Handeln für unsere Vereine, für unsere Heimatstadt, Kreise zieht, die sich immer weiter und weiter ausbreiten, wie ein Stein, der auf die Wasseroberfläche trifft und seine Wellen von innen nach außen immer größer werden lässt.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!