Samstag, September 22, 2018

Wohlauf Kameraden

Heinz Igelmann 1970/71


1. Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd,
ins Feld, in die Freiheit gezogen!
Im Felde, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein andrer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein.

 

2. Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
man sieht nur Herren und Knechte.
Die Falschheit herrscht, die Hinterlist
bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
der Soldat allein ist der freie Mann.

 

3. Warum weint die Dirn und zergrämet sich schier?
Laß fahren dahin, laß fahren!
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
seine Ruh läßt er an keinem Ort!

4. Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,
braucht´s nicht mit Müh zu erstreben.
Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,
da meint er den Schatz zu erheben.
Er gräbt und schaufelt, solang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

 

5. Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,
drum froh, wer den Degen jetzt führet!
Und bleibt ihr nur wacker zusammengefügt,
ihr zwingt das Glück und regiered.
Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
der mutige Springer erreicht sie doch.

 

6. Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
die Brust im Gefechte gelüftet!
Die Jugend braused, das Leben schäumt,
frisch auf, eh der Geist noch verdüftet!
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
nile wird euch das Leben gewonnen sein!